a botched shave
Booster Candidate
Dortmund, North Rhine-Westphalia, Germany
Jeden Tag erreichen uns Nachrichten aus Kriegsgebieten in Form von Zahlen: Opferzahlen, Statistiken, anonymisierte Angaben. Doch Zahlen bleiben abstrakt – sie schaffen Distanz zu den Menschen dahinter.
„A Botched Shave“ interessiert sich nicht für die sichtbare Brutalität des Krieges, sondern für seine unterschwellige Präsenz im Alltag. Der Film stellt die Frage: Was passiert mit einem Leben, wenn der Ausnahmezustand zur Normalität wird?
In vier parallel erzählten Geschichten begegnen wir scheinbar gewöhnlichen Momenten: Menschen, die über ihre Zukunft sprechen, Tee trinken, spielen oder sich auf einen Abend vorbereiten. Fragmente eines Alltags, die vertraut wirken könnten – unabhängig vom Kontext.
Der Krieg bleibt dabei unsichtbar. Er existiert nur am Rand: als leiser Nachrichtenbericht, als entferntes Geräusch, als konstante, aber kaum noch wahrgenommene Realität.
Gerade durch diese Reduktion entsteht etwas Beunruhigendes: Der Krieg ist nicht komplett abwesend, sondern so sehr Teil des Lebens geworden, dass er nicht mehr aktiv gespürt wird.
Bis, ohne Vorwarnung, alles abbricht.
„A Botched Shave“ ist kein Film über den Krieg selbst, sondern über die fragile Kontinuität des Lebens in seinem Schatten – und darüber, wie leicht eine menschliche Geschichte verschwinden und zu einer bloßen Zahl werden kann.
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